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Wanderer

Die Automobilmarke Wanderer zählt zu den weniger vergessenen, weil bedeutenden deutschen Automobilmarken. Die Wanderer-Werke stellten Fahrräder, Motorräder, Autos, Lieferwagen, Werkzeugmaschinen und Büromaschinen her. Bereits 1885 in Chemnitz von Winklhofer und Jaenicke als Fahrradwerk gegründet, wurde der Firmenname von der Bezeichnung "Rover", mit dem der Engländer John Kemp Starley seine Fahrräder benannte, übersetzt und abgeleitet. 

Erste Automobil-Prototypen entstanden bereits 1905 und 1907, aber erst 1911 wurde  der Wanderer 5/12PS Typ W1  auf dem Berliner Autosalon vorgestellt. 1913 lief dann erst die Serienproduktion des Wagens an, der bald den Spitznamen "Puppchen" erhielt.

1913 kam der Wanderer 6/15PS Typ W2 als Weiterentwicklung des "Puppchen" auf den Markt. Die weitere Entwicklung ging bis zum Wanderer 5/20PS Typ W8,  der 1926 erschien. 

Ferdinand Porsche entwickelte in Stuttgart  einen Sechszylinder- und zwei Achtzylinder-Motoren im Auftrag von Wanderer, um in der automobilen Oberklasse mithalten zu können. Nur der Sechszylinder wurde schließlich 1931 im Wanderer 12/65PS Typ W14 als Dreiliter-Leichtmetallmotor verbaut.

Wanderer geriet nämlich in finanzielle Probleme, musste bei der Dresdner Bank erhebliche Kredite aufnehmen und geriet so in Abhängigkeiten. Auf Druck der Hausbank verkaufte Wanderer Lizenzen für die schweren Motorräder an den tschechischen Ingenieur František Janeček, der damit die Motorradmarke Jawa gründete, und schloss sich  1932 der  Auto Union AG an. Der Auto-Union-Konzern produzierte neben Audi, DKW und Horch auch Wanderer Fahrzeuge. Für diese vier Marken stehen heute noch die vier Ringe im Audi-Markenzeichen. 

1933 kam der Wanderer W21 als direkter Konkurrent des Mercedes-Benz 170, auf den Markt. Dabei war Wanderer mit sechs verschiedenen Karosserien und drei unterschiedlichen Motoren gut aufgestellt. Der Wanderer  W24 sollte schließlich das erfolgreichste Auto der Marke werden. Er wurde zwischen 1937 und 1940 in etwa 22.500 Exemplaren hergestellt.

Berühmt wurde Wanderer auch durch die Sportwagen, die die Firma für die Fernfahrt Lüttich–Rom–Lüttich baute. Diese Wanderer Stromlinie Spezial waren zweisitzige Aluminium-Roadster auf dem Fahrgestell des Wanderer W25. Obwohl die vier Wagen den Krieg nicht überdauert haben, kann man heute drei Nachbauten bewundern. Der unten gezeigte Wagen steht im museum mobile in Ingolstadt.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurden die Werke enteignet, demontiert und in die Sowjetunion verbracht und die Reste in volkseigenen Betrieben (VEB) neu geordnet. Die Automobilproduktion unter dem Namen Wanderer wurde nicht wieder aufgenommen.


Wanderer  W23 von 1937


Wanderer W23 von 1939
Quelle: Wikipedia
Nachbau Wanderer Stromlinie Spezial
Quelle: Wikipedia