Skip to main content

Steiger

1914 als Maschinenfabrik Walther Steiger & Co. im oberschwäbischen Burgrieden gegründet, war die Steiger AG von 1918 bis 1926 ein erfolgreicher Automobilhersteller.

Während des ersten Weltkrieges reparierte man bei Steiger Flugzeuge und -Motoren. Aus dieser Tätigkeit heraus beschäftigte man sich bei Steiger mit der Herstellung eigener Automobile. Sollten es zunächst noch Ackerschlepper sein, die im dörflich geprägten Burgrieden ihren Absatz finden sollten, so packte den Besitzer der Firma, Walther Steiger, und seinen Konstrukteur, Paul Henze, bald der Ehrgeiz einen PKW zu entwickeln. So konnte man bereits 1918 einen Tourenwagen mit 2600ccm Reihenvierzylinder vorstellen, den Steiger 10/50PS. Dieser Wagen wurde bis 1926 angeboten und verkaufte sich hervorragend. Das war vor allem der technisch anspruchsvollen modernen Konstruktion zu verdanken. Die Fahrzeuge waren auf einem Presstahlrahmen aus U-Profilen aufgebaut, hatten zwei Starrachsen, die blattgefedert wurden und einen damals modischen Spitzkühler. Besonders der Motor war aber technisch hochwertig konzipiert. Es handelte sich dabei um einen OHC-Motor mit zuschaltbarer Doppelzündung und einer aufwändigen Königswelle, die über spiralverzahnte Kegelräder die oben liegenden Nockenwellen antrieb.  Aus diesen Gründen galten die Steiger als fortschrittlichste deutsche Serienwagen der 20' er Jahre.

1922 kam eine Version mit einem stärkeren Motor auf dem Markt. Der Steiger Sport 11/55PS schöpfte aus nunmehr 2800ccm Hubraum 55 PS. 1924 wurde dieses Modell abgelöst von dem 2900ccm Steiger Sport 12 70PS, der als Serienwagen 140 km/h schaffte. 100-PS-Rennversionen waren bis zu 180 km/h schnell. Trotz großer Rennerfolge und guter Verkaufszahlen, überlebte auch Steiger die Automobilkrise im Zuge der Weltwirtschaftskrise nicht und musste 1926 Konkurs anmelden.

Walther Steiger ging daraufhin zurück in die Schweiz, wo er bei Martini arbeitete und den Martini-Steiger 17/100PS  entwickelte. Gegen die billigeren Großserienfahrzeuge anderer Hersteller hatte aber auch Martini keine Chance und musste in  Saint-Blaise am Neuenburgersee 1934 die Tore schließen.

Es soll ein überlebendes Fahrzeug in Privathand geben, einen Steiger 11/55 PS, der allerdings nicht ausgestellt ist.